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Es werden Posts vom Oktober, 2025 angezeigt.

Rauchen im Nachkriegsitalien: Mein Vater erzÀhlt von Zigaretten, Armut und Alltag in den 1950ern

  Rauchen im Nachkriegsitalien: Mein Vater erzĂ€hlt von Zigaretten, Armut und Alltag in den 1950ern Mein Vater Francesco ist Jahrgang 1943. Aufgewachsen in Montescaglioso, einem kleinen Ort im SĂŒden Italiens, erzĂ€hlt er mir immer wieder Geschichten aus jener Zeit – ehrlich, ungeschönt, manchmal mit einem Schmunzeln, manchmal mit diesem Blick, der sagt: „So war das eben.“ Er war noch ein Kind, konnte weder lesen noch schreiben, als er anfing, vor den Bars die Kippenreste aufzusammeln. Die guten Enden, die noch ein bisschen Tabak hatten. Daraus drehten er und seine Gang sich seine eigenen Zigaretten – mit Zeitungspapier, manchmal mit dĂŒnnen BlĂ€ttern, die er irgendwo fand. Heute, viele Jahrzehnte spĂ€ter, erzĂ€hlt er uns, wie das damals wirklich war – mit den Zigaretten in Italien, kurz nach dem Krieg. Keine Nostalgie, sondern echte Erinnerung.  -->  Zigarettenstummel und KindheitstrĂ€ume: wie ich mit 7 anfing zu rauchen. Wiederaufbau, Wohlstand und eine neue „Rauchkultur“ ...

Maria und Peppino: Als es in Montescaglioso noch keine Kanalisation gab – ein Blick zurĂŒck in die Geruchsgeschichte

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 Als es in Montescaglioso noch keine Kanalisation gab – ein Blick zurĂŒck in die Geruchsgeschichte Einleitung Wir sitzen hier in Montescaglioso , bei Peppino und Maria – zwei wunderbare Menschen, die mehr Geschichten ĂŒber „Monte“ kennen, als jedes Geschichtsbuch hergeben könnte. Bei einem authentischen CaffĂš und ein paar GebĂ€ckstĂŒcken, die Maria aus unserer Lieblingskonditorei  geholt hat, geht es heute wieder um Vergangenes, um Dinge, die man sich kaum mehr vorstellen kann. Peppino erzĂ€hlt lebhaft, Maria ergĂ€nzt mit einem LĂ€cheln, und irgendwo dazwischen mischt sich auch mein Vater Francesco ein – mit kleinen Erinnerungsfetzen, die das Bild noch runder machen. Sergio und ich hören gebannt zu, staunen, lachen, schĂŒtteln manchmal den Kopf. Das Thema heute: die Kanalisation – oder besser gesagt, die Zeit, als es sie noch nicht gab . Kaum zu glauben, was Peppino und Maria berichten. Und gleichzeitig spĂŒrt man, wie weit Montescaglioso gekommen ist – von damals bis heute. E...

Ein Morgen in Montescaglioso – Pierino, das Feld und der wahre Geschmack des SĂŒdens

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Ein Morgen in Montescaglioso – Pierino, das Feld und der wahre Geschmack des SĂŒdens Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser von montescaglioso.online . Ich möchte euch heute ein kleines StĂŒck Alltag aus Montescaglioso erzĂ€hlen – genauer gesagt, von meiner Tante Lina und meinem Onkel Pierino . Fast jeden Morgen – oder sagen wir: an den meisten Tagen – steht Pierino frĂŒh auf. Noch bevor die Sonne ĂŒber die DĂ€cher von "Monte" klettert, ist er schon auf dem Weg „al campo, in campagna“ , zum Feld. Ein paar Kilometer außerhalb des Ortes liegen seine Parzellen, ĂŒberschaubar, aber liebevoll gepflegt. Obst, Oliven, GemĂŒse – genug fĂŒr die Familie und ein paar Freunde. Kein großes GeschĂ€ft, eher ein stilles Ritual, aber auch harte Arbeit und körperliche hohe Belastung. Wenn der Tag noch nach Erde riecht Wenn Pierino losfĂ€hrt, ist es oft noch stockdunkel. Nur der Motor seiner "Ape" tuckert leise durch die Gassen. Er beeilt sich, denn sobald die Sonne herauskommt, wird ...

Ein paar Tage nach Montescaglioso – Herbstlicht, Meerluft und Espresso

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  Ein paar Tage nach Montescaglioso – Herbstlicht, Meerluft und Espresso Mitte Oktober. Der Sommer liegt noch in der Luft, aber die Hitze ist vorbei. Wir sind wieder in Montescaglioso , einem ruhigen Ort in der Region Basilikata , unweit der Grenze zu Apulien . Einen gĂŒnstigen Flug gefunden, gelandet in Bari – und dort direkt unseren Leihwagen abgeholt. Den hatten wir schon in Deutschland online reserviert, ganz unkompliziert. Die Fahrt durch SĂŒditalien ist jedes Mal ein kleines Erlebnis. Endlose Olivenhaine, leere Landstraßen, das warme Licht ĂŒber den HĂŒgeln. Zwischenstopps lohnen sich – ein Espresso an einer Tankstelle irgendwo zwischen Gravina und Matera kann ĂŒberraschend gut schmecken. In Montescaglioso angekommen, empfĂ€ngt uns der Herbst von seiner besten Seite: 23 Grad, Sonne satt, ein Himmel, so blau wie gemalt. FĂŒr Mitte Oktober – perfekt. FĂŒr 3 Euro darf man den ganzen Tag in Montescaglioso parken. Morgens in der Altstadt Der Tag beginnt mit einem Kaffee. NatĂŒrlic...

Castelmezzano und die neue „Slittovia delle Dolomiti Lucane“ – Nervenkitzel in der Basilikata

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  Castelmezzano und die neue „Slittovia delle Dolomiti Lucane“ – Nervenkitzel in der Basilikata Castelmezzano ist die Heimat unseres Freundes Rocco Pesile . Es war noch nie ein Ort fĂŒr Massen, eher fĂŒr Entdecker. Ein Dorf, das sich in die Felsen der Dolomiti Lucane krallt, hoch ĂŒber den TĂ€lern der Basilikata. Instagramer haben den Ort lĂ€ngst entdeckt – kein Wunder, die engen Gassen, die schrĂ€g ĂŒbereinander gebauten HĂ€user und der Blick in die steile Bergwelt sehen aus wie gemalt. Und dann gibt es da seit Jahren schon den „ Volo dell’Angelo “ , eine Seilrutsche von Dorf zu Dorf, die fĂŒr viele das Sinnbild des wachsenden Abenteuertourismus in SĂŒditalien ist. Seit dem 25. April 2025 aber steht Castelmezzano wieder im Rampenlicht: Die Slittovia delle Dolomiti Lucane wurde eröffnet. Eine Art alpine Rutschbahn, technisch ein „Alpine Coaster 2.0“, die sich steil hinter dem Dorf ins Tal zieht. Wer will, rauscht mehrere hundert Meter hinunter, mit Panoramablick, Adrenalinschub inklusive...