Montescaglioso, meine Stadt der Kirchen – und das Konklave in Rom verfolgen wir gespannt

 Montescaglioso, meine Stadt der Kirchen – und das Konklave in Rom verfolgen wir gespannt

Ich lebe in Montescaglioso, einer kleinen, aber unglaublich geschichtstrĂ€chtigen Stadt im SĂŒden Italiens. Vielleicht hast du noch nie von Montescaglioso gehört – aber das macht nichts. Ich zeige dir heute, warum mein Heimatort etwas ganz Besonderes ist. Vor allem, wenn du Kirchen und Klöster spannend findest.

Wir hier in Montescaglioso haben nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch jede Menge beeindruckender Kirchen. Und das Beste: Ein echtes, wunderschönes Kloster – das Kloster San Michele Arcangelo – steht mitten in unserer Stadt. Dieses Kloster erzĂ€hlt seine ganz eigene Geschichte, und ich erzĂ€hle sie dir gleich.

Aber gerade in diesen Tagen ist bei uns etwas ganz Besonderes los: In Rom findet ein Konklave statt – das ist das geheime Treffen, bei dem ein neuer Papst gewĂ€hlt wird. Und natĂŒrlich verfolgen wir hier in Montescaglioso jede Nachricht dazu mit Spannung: im Fernsehen, auf unseren Handys und in der Tageszeitung. Aber fangen wir erstmal bei uns an – mit unseren Kirchen.


Die Kirchen von Montescaglioso – mehr als nur GebĂ€ude

Montescaglioso wird manchmal auch als die „Stadt der Kirchen“ bezeichnet. Kein Wunder – hier gibt es fĂŒr eine so kleine Stadt richtig viele davon! Ich will dir ein paar vorstellen:

  1. Chiesa Madre – San Michele Arcangelo
    Das ist die Hauptkirche unserer Stadt. Sie liegt mitten im Zentrum. Schon im 11. Jahrhundert wurde sie erbaut. Besonders schön finde ich die Fassade mit dem Glockenturm und die riesigen SÀulen im Inneren.

  2. Chiesa di Santa Maria in Platea
    Diese Kirche ist sehr alt und liegt an der Piazza Roma. Der Stil ist ganz anders als bei San Michele – etwas schlichter, aber trotzdem beeindruckend. Besonders berĂŒhmt ist die hölzerne Statue der Madonna.

  3. Chiesa di Sant'Agostino
    Diese Kirche ist nicht nur ein Ort zum Beten, sondern auch ein kleines Kunstwerk. Sie hat ein wunderschönes Eingangsportal und Fresken im Inneren, die Geschichten aus der Bibel erzÀhlen.

  4. Chiesa di San Rocco
    San Rocco ist der Schutzpatron gegen die Pest. Diese Kirche ist ihm gewidmet. Jedes Jahr feiern wir ein Fest zu seinen Ehren mit Musik, Essen und einer Prozession durch die Stadt.

  5. Chiesa di San Francesco d'Assisi
    Diese Kirche wurde von den Franziskanern gegrĂŒndet. Ihr Stil ist schlicht und ruhig – ein echter Ort der Stille.


Das HerzstĂŒck Montescagliosos: Das Kloster San Michele Arcangelo

Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsort in Montescaglioso – dem Kloster San Michele Arcangelo. Es liegt am Rand der Altstadt, nicht weit vom historischen Zentrum entfernt. Wenn man durch das große Tor tritt, fĂŒhlt man sich sofort wie in einer anderen Zeit. Der Duft von alten Steinen, der Schatten der jahrhundertealten Mauern – es ist einfach magisch.

Die Geschichte des Klosters – von Mönchen und Macht

Die Geschichte des Klosters reicht zurĂŒck bis ins 11. Jahrhundert. Damals wurde es von Benediktinermönchen gegrĂŒndet. Diese Mönche lebten nach festen Regeln – beten, arbeiten und lesen. Das Kloster war nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein Zentrum fĂŒr Landwirtschaft, Bildung und Kunst.

Im 12. und 13. Jahrhundert war das Kloster besonders mĂ€chtig. Die Mönche besaßen viele LĂ€ndereien und waren einflussreich in der ganzen Region. Die Architektur wurde in dieser Zeit immer weiter ausgebaut: KreuzgĂ€nge, Kapitelsaal, Refektorium (Speisesaal) und natĂŒrlich die Klosterkirche – alles im romanischen Stil.

Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele VerĂ€nderungen. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster barockisiert. Das heißt, viele der ursprĂŒnglichen Elemente wurden durch prunkvolle Verzierungen ersetzt. Auch ein großer Glockenturm wurde gebaut.

Im 19. Jahrhundert mussten die Mönche das Kloster verlassen, weil die Kirche enteignet wurde. Lange Zeit stand es leer – aber zum GlĂŒck wurde es spĂ€ter restauriert.

Heute ist das Kloster ein Museum, Kulturzentrum und spiritueller Ort zugleich. Ich liebe es, dort spazieren zu gehen – besonders im Innenhof mit den Arkaden. Man kann sich gut vorstellen, wie die Mönche hier frĂŒher gelebt haben.


Das Konklave in Rom – wir fiebern mit

Gerade jetzt ist bei uns in Montescaglioso alles ein bisschen aufgeregter als sonst. Warum? Weil in Rom das Konklave stattfindet! Vielleicht weißt du nicht genau, was das ist – ich erklĂ€re es dir kurz:

Ein Konklave ist die Versammlung der KardinĂ€le, die einen neuen Papst wĂ€hlen. Immer wenn der alte Papst stirbt oder zurĂŒcktritt, kommen alle wahlberechtigten KardinĂ€le aus der ganzen Welt in die Sixtinische Kapelle im Vatikan. Dort bleiben sie eingeschlossen (das heißt auf Latein ĂŒbrigens con clave – mit SchlĂŒssel), bis sie sich auf einen neuen Papst geeinigt haben.

Wir hier in Montescaglioso verfolgen das alles mit großen Augen. Jeden Tag schauen wir die Nachrichten, lesen die Zeitung und warten gespannt auf den berĂŒhmten weißen Rauch. Der bedeutet nĂ€mlich: „Habemus Papam!“ – „Wir haben einen Papst!“

Viele Ă€ltere Menschen erinnern sich noch an frĂŒhere Konklaven. Sie erzĂ€hlen von Johannes Paul II., Benedikt XVI. oder Franziskus. Es ist irgendwie aufregend, Teil dieses weltweiten Moments zu sein – selbst wenn wir „nur“ ĂŒber den Fernseher dabei sind.



Wenige Meter von meiner Wohnung finden wir das Kloster San Michele Arcangelo.



Mein Fazit: Glaube, Geschichte und Gemeinschaft

Ich finde es spannend, wie in unserer Stadt der Glaube, die Geschichte und die Gemeinschaft so eng miteinander verbunden sind. Die Kirchen erzĂ€hlen Geschichten aus der Vergangenheit, das Kloster ist ein echtes Fenster in frĂŒhere Zeiten – und gleichzeitig leben wir in der Gegenwart, in der wir das Konklave live verfolgen.

Ob du nun religiös bist oder nicht: Ich glaube, Montescaglioso zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte zu kennen. Und wie besonders es ist, an einem Ort zu leben, der so viel erlebt und bewahrt hat.

Falls du mal in der NĂ€he bist: Komm vorbei. Ich zeige dir unsere Kirchen – und natĂŒrlich das Kloster San Michele Arcangelo. Vielleicht ist ja bis dahin auch schon der neue Papst gewĂ€hlt. Wer weiß?

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